Am Mittwoch hat die Stadt Berlin rechtlichen Schutz für die Beschneidung von Juden und Muslimen garantiert. Damit reagiert Berlin auf das kontroverse Urteil, welches zu Beginn des Sommers am Kölner Landgericht gefällt wurde.

Justizminister Thomas Heilman, sagte am Mittwoch, dass jüdisches und muslimisches Leben in Berlin ausdrücklich willkommen sei und dass dies auch für die Ausübung der Religion der Fall sei. Jedoch wurde betont, dass dem gewisse Grundregeln zugrunde liegen würden, die eingehalten werden müssen. Ein Richter am Kölner Landgericht hatte im Juni diesen Jahres Beschneidungen an Jungen ohne medizinischen Hintergrund als Körperverletzung bezeichnet. Beschneidungen sollten laut dem Richter lediglich an Erwachsenen und nur mit ausdrücklicher Zustimmung dieser genehmigt werden.

Das Urteil bezog sich auf den Fall eines vier Jahre alten Jungen, dessen Beschneidung inkorrekt durchgeführt wurde und bei dem Kind einen Schaden anrichtete. Das Kölner Urteil löste unter Ärtzen Panik aus, Beschneidungen an Kindern wurden aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen nicht mehr durchgeführt. Ein Rabbiner, der im August eine Beschneidung durchführte, wurde zum Gegenstand polizeilicher Ermittlungen, nachdem ein Arzt in Bayern Klage einreichte.

Heilmann betonte, dass es nur Ärzten erlaubt Beschneidungen durchzuführen. Des weiteren muss die Prozedur in einer sterilen Umgebung durchgeführt werden und die Schmerzen für das Kind so minimal wie möglich gehalten werden. Die Eltern müssen dem Eingriff zustimmen und müssen vorher über die Gesundheitsrisiken aufgeklärt werden.

Da das im Juni gefällte Urteil nur für die Region Köln rechtskräftig ist, wird seitdem eine hitzige Debatte über Religionsfreiheit, Beschneidungen und die Rechte des Einzelnen geführt. Auch International hat die Debatte in Deutschland für Aufregung und auch teilweise Entrüstung gesorgt. Aufgrund der weiten Kreise, die dieser Rechtsspruch nach sich gezogen hat, sah sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu gezwungen eine bundesweite Regelung zu schaffen, die die Beschneidungen an Kindern in Deutschland dauerhaft regelt. Das Gesetz sollte in den nächsten Monaten verabschiedet werden.