Am Montag löste Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Plesner Kommission auf, die für eine Überarbeitung des kontroversen Tal- Gesetzes zuständig war. Die Auflösung der Komission bedroht die Stabilität der jetzigen Regierungskoalition.

Das Tal-Gesetz befreit ultraorthodoxe und arabische Israelis praktisch vom Wehrdienst. Der Wehrdienst ist in Israel ein elementarer Teil der Gesellschaft und wird sowohl von Männern als auch Frauen geleistet.

Durch das Tal-Gesetz war es Yeshiva Studenten möglich sowohl den Wehrdienst als auch den Zivildienst bis ins Unendliche aufzuschieben. Als das Gesetz verabschiedet wurde, betraf es lediglich mehrere Hundert, heute werden jährlich fast 60.000 orthodoxe Männer aufgrund des Gesetzes nicht eingezogen. Zu Beginn des Jahres wurde das Gesetz als verfassungswidrig erklärt. Der oberste Gerichtshof legte fest, dass bis Ende Juli ein neues Gesetz verabschiedet werden müsse. Die eingesetzte Plesner Kommission hatte die Aufgabe, dieses Gesetz auf den Weg zu bringen.

Die Plesner Kommission wurde aus Ministern aller Richtungen zusammengesetzt, war aber von Anfang an von Problemen geplagt. Nachdem letzte Woche mehrere Mitglieder die Kommission verliessen, entschied Ministerpräsident Netanyahu die Kommission aufzulösen.

Die Reaktionen auf die Auflösung der Kommission waren gemischt. Die deutlichste Aussage kam von der Kadima Partei, die eine Bestrafung der Yeshiva Studenten forderte, die sich gegen den Wehrdienst oder den Zivildienst wehren. Kadima drohte darüberhinaus, Neuwahlen ausrufen lassen zu wollen. Shaul Mofaz, Vorsitzender der Kadima Partei, drohte damit, die Regierung zu verlassen, wenn nicht ein einheitliches Recht für alle Israelis geschaffen werden würde.